Dickdorschjagd vom 18.02.-21.02.2011

Am 18.02.2011 um 23.00 Uhr machten sich fünf unerschrockene Fischwaidler auf den Weg nach Kiel / Heikendorf. Ihr Ziel war es, morgens um 4.00 Uhr die MS Forelle zu besteigen, um den Fisch des Lebens zu fangen. Wenn man sich die Fotos ansieht, muss man ergänzen: ?Denn sie wussten nicht was sie tun!?.

Bei Windstärken zwischen vier und fünf aus Ost und zusätzlichen Frostgraden, gefroren bereits bei der Ausfahrt die Angeln an der Reling. Die Rolle war eine einzige Eiskugel und die Reißverschlüsse der Pilkertaschen ließen sich nicht mehr öffnen.

Unsere erste Drift nutzen wir, um unser Angelgerät überhaupt einsatzbereit zu bekommen. Wirklich geärgert haben wir uns dabei nicht, vielmehr waren wir überrascht und haben uns köstlich amüsiert.

Der Anblick war doch zu bizarr. Solche ?Kleinigkeiten? hatten wir im Vorfeld komplett übersehen. In der letzten Drift des Tages sollte ein Wrack beangelt werden. Der eine oder andere hat hier dem Meeresgott einen Pilker geopfert.

Letztendlich war der erste von zwei Angeltagen sehr schwierig. Die Strömung erreichte in der Spitze drei Knoten und auf der Heimfahrt gab der Kapitän durch, dass durchaus Pilker mit

500 bis 600 Gramm hätten zum Einsatz kommen müssen - und das wohlgemerkt in der Ostsee. Alle klimatischen Bedingungen zusammengefasst, kann man die Angelvoraussetzungen durchaus mit denen in Norwegen vergleichen.

Fisch wurde am ersten Tag leider nur wenig gefangen. In unserer Gruppe hatten wir einen gruppeninternen Tagessieger mit drei kleinen Dorschen. Der 2. Platz wurde mit zwei Dorschen und der 3. Platz mit einem Wittling belegt. Immerhin hatten wir ausgesprochen viel Spaß.

Im Gegensatz dazu ging es einem Viertel der Angelbegeisterten auf dem Schiff gar nicht gut und nicht jeder schaffte den Weg bis zur Reling.

Nett anzusehen waren insbesondere auch die Reisegruppen auf Betriebsausflug, mit Jeans und Halbschuhen zum Hochseeangeln im Februar!

So legten wir also all unsere Hoffnung auf die zweite Ausfahrt am 20.02.2011, und wir sollten nicht enttäuscht werden.

Die Witterungsbedingungen hatten sich leicht zu unserem Vorteil verändert. Unsere Ruten holten wir erst zur ersten Drift aus der Kajüte - aus Schaden wird man ja bekanntlich klug - und das Angelfieber schlug wieder zu.

Es wurden hier und da kleinere Dorsche gefangen, aber der eigentliche Zielfisch ließ noch auf sich warten. Kurz vor dem Mittagessen - und das Essen war ausgesprochen gut auf dem Schiff ? gab es regelrechten Dorschalarm. Überall bogen sich die Ruten, es wurde nach dem Gaff geschrien und auch in unserer Gruppe wurden viele und schöne Dorsche gefangen. Unsere Spitzenfänge betrugen 86 cm / 14 Pfund,  87 cm / 15 Pfund und 107 cm / 32,4 Pfund.

Dieser schöne Fisch von Yvette Fergin wurde auch der Tagessieger auf dem gesamten Schiff.

Hier wurden endlich Träume wahr. Ein spannender Drill und eine Rute mit einer Aktion, bei der man fast Angst bekommt, es könnte zu einem Rutenbruch kommen, ließen das Adrenalin in die Höhe schießen. Den Muskelkater merkten wir zum Glück erst am nächsten Tag.

Wir konnten den Abend nutzen, um das Geschehen des Tages noch einmal Revue passieren zu lassen. Hier redeten noch alle beim gemütlichen Abendessen aufgeregt über das gerade erlebte und am 21.02.2011 fuhren wir morgens glücklich in Richtung Berlin ab.

Bis auf einen Angelkameraden konnten alle reichlich Fisch mit nach Hause nehmen.

Das Wochenende war für uns fünf Abenteurer gelungen, das Schiff und die Crew absolut Spitze und für uns steht heute schon fest ? wir kommen im nächsten Jahr wieder.

 

Eddy, Brucki, Maik, Olli und Yvette