Leitfaden für die Fischgewässeranalyse

Seit Jahrzehnten ist der Natur- und Umweltschutz ein Bestandteil unserer Vereinstätigkeit. Wir überprüfen regelmäßig die Qualität des Fischgewässers und zeigen unsere Ergebnisse online auf der Webseite oder hängen diese in unserem Schaukasten auf dem Vereinsgelände aus. Dieses Jahr haben wir auch einen kleinen Leitfaden über die Fischgewässeranalyse im Groß-Glienicker See geschrieben. Hier erklären wir - möglichst leicht und verständlich - die wichtigsten Wasserparameter und deren Zusammenwirken. Hinzukommend haben wir auch einige Messdaten der letzten Jahre herangezogen.

In diesem Jahr haben wir unsere Analysemethode für das Fischgewässer abgeändert. Dies sollte bei einem Vergleich aus vorigen Jahren mitberücksichtigt werden. 

 

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an den Umwelt- und Gewässerwart Janine Korczak.

 

Kurze Zusammenfassung des Leitfadens

Die Qualität des Wassers ist für ein intaktes See-Ökosystem von größter Bedeutung. Der Groß-Glienicker See ist ein stehendes Gewässer mit einer durchschnittlichen Tiefe von ca. 6,80 Metern. Mit seinen 70 ha zählt er zu den saubersten Gewässern Berlins und enthält einen guten Fischbestand. Viele verschiedene Umweltfaktoren beeinflussen die Lebensvorgänge der Fische.

Zu den wichtigsten Parametern zählen: Wassertemperatur, Sauerstoffgehalt, pH-Wert, Ammonium, Nitrat, Nitrit, Phosphat und Gesamthärte.

Besonders die Wassertemperatur hat einen großen Einfluss auf die anderen Parameter, da biologische Abbauvorgänge im Gewässer sowie Stoffwechselvorgänge in den Organismen von der Wassertemperatur abhängig sind. Der Sauerstoffgehalt ist nicht nur für uns Menschen, sondern auch für die Wasserorganismen ein wichtiger Umweltfaktor zum Leben. Der pH-Wert ist relevant für den Wasserhaushalt. Durch Änderungen des pH-Wertes variieren beispielsweise auch die Konzentration an Stickstoffverbindungen, da dieser die Umwandlung der verschiedenen Stickstoffverbindungen wie Ammonium und Nitrit beeinflusst. Auf Nitrit sollte besonders geachtet werden, da dies ein sehr starkes Fischgift ist, welches zu schweren Leber- und Blutzellenschäden führen kann. Phosphat ist ein unverzichtbarer Bestandteil nahezu aller Organismen und Pflanzen. Durch Phosphate wird das Wachstum angeregt. Nicht zuletzt sollte auch noch die Gesamthärte untersucht werden, da diese einen Aufschluss über die Konzentration an Calcium- und Magnesium-Ionen gibt, welche für bestimmte körperliche Funktionen der Wasserorganismen sorgen.

Bewegen sich die Analyseparameter außerhalb des optimalen Bereichs für Fische, kann dies schwerwiegende Folgen haben. Im Allgemeinen zeigen sich erste Anzeichen durch Unruhen oder Wachstumsstillstand bei den Fischen oder durch eine zügige Veränderung des Gewässerzustandes bspw. der Sichttiefe. Bei der Analyse zeigen sich auch jahreszeitliche Schwankungen.