Früher bis heute ...

Zweiter Vorsitzender auf der 750 Jahrfeier von Berlin

1965 verließ eine kleine Gruppe von Anglern den 1922 gegründeten und am Großen Wannsee beheimateten Sportverein Fischweid e.V. Berlin (AV Fischweid) und gründeten unseren heutigen Angelverein Alte Fischwaidler e.V. Berlin. Am neuen Heimatgewässer, dem Groß-Glienicker See, der je zur Hälfte den Ländern Berlin und Brandenburg gehört, errichteten wir im Laufe der Zeit zwei Hütten und eine Steganlage für unsere Boote. Das erforderliche Grundstück erhielt Strom und Trinkwasser von der Familie Ludwig, die das ehemalige Restaurant "Zur Strandbaude" betrieben haben. Zunächst als Pächter und später auch als Besitzer des Berliner Teils des Sees, besaßen die Ludwigs die Fischereirechte und stellten uns auch die Angelerlaubnisscheine aus.

In der alten Vereinshütte

Das Beangeln des Groß-Glienicker Sees war und ist bis heute nicht ganz unproblematisch. So konnte zu DDR Zeiten wegen der seemittig verlaufenden Grenze nur der zu West-Berlin gehörende Anteil des Sees befahren und befischt werden. Nach der Wiedervereinigung war zwar der gesamte See für uns Angler frei, doch benötigten wir zur Ausübung unseres Hobbys zwei Angelerlaubnisscheine. Für den Berliner Teil des Sees war der Pächter bzw. spätere Besitzer (die Familie Ludwig) und für den zu Brandenburg gehörenden Anteil der hier verantwortliche Pächter (der Deutsche Anglerverband) zuständig. Seit dem Jahr 2006 ist zwar der Deutsche Anglerverband alleiniger Pächter des gesamten Sees und das Angeln ist mit der DAV Angellizenz für Berlin und Brandenburg möglich, jedoch sind immer noch die länderspezifischen - und daher leider auch - unterschiedlichen Fischereigesetze zu beachten.

Ehemalige Mitglieder des Vereins

Mit der von uns begrüßten Pacht des gesamten Sees durch den Deutschen Anglerverband sind wir diesem als Verein 2006 beigetreten und haben zum gleichen Zeitpunkt unsere Mitgliedschaft im Verband Deutscher Sportfischer beendet.

Unglücklicherweise hatten es unsere Gründungsmitglieder 1965 unterlassen, das Vereinsgrundstück mit einem gültigen Pachtvertrag abzusichern. Dies führte seit den 90er Jahren zunehmend zu Schwierigkeiten mit dem Bezirksamt Spandau, das unsere Parzelle im Rahmen eines in Jahresabständen immer wieder auftauchenden Konzeptes zur Ufersanierung ersatzlos abräumen wollte. Die  von uns mühsam geschaffenen Werte und unsere gefährdete Existenz waren zunächst überhaupt kein Thema für das Bezirksamt. Es ärgerte uns maßlos, dass wir als mündige Bürger überhaupt nicht als Gesprächspartner wahrgenommen wurden. Das änderte sich schließlich, als wir mit Hilfe Dritter und unter Einschaltung der uns gewogenen Öffentlichkeit auf unsere Bemühungen um den Groß-Glienicker See aufmerksam machten (regelmäßige chemische Wasseruntersuchungen, Errichtung eines Fischlehrpfades, Veranstaltungen mit Schulklassen, Angeln mit Kindern usw.).

Auswärtsangeln in Havelberg

Nach zähen Verhandlungen wurde schließlich ein Kompromiss gefunden, mit dem unser weiteres Bestehen am Groß-Glienicker See gesichert werden konnte. Das uns angebotene Pachtgrundstück liegt in unmittelbarer Nähe des Bootshauses Kladow, nur etwa 150 Meter von unserer alten "Heimat" entfernt. Der jetzt allerdings fehlende direkte Wasserzugang wurde uns durch das Angebot der Errichtung eines bezirkseigenen Bootstegs mit zunächst fünf Pachtplätzen und einigen weiteren kleineren Vergünstigungen schmackhaft gemacht. Um es deutlich zu sagen, weder der ausgehandelte Kompromiss noch die vom Bezirksamt für die Räumung genannten Gründe stellten uns völlig zufrieden, doch waren wir der Meinung, alle Verhandlungsspielräume restlos ausgeschöpft zu haben. Aus diesen Gründen stimmten wir dem Vorschlag zu und haben uns bemüht, den Umzug sowie den Neubau finanziell und konditionell zu bewältigen. 

Geschlossen haben wir damit als Angelverein unseren Willen gegenüber dem Bezirksamt bekundet und durchgesetzt, auch weiterhin als Angelverein am Groß-Glienicker See zu verbleiben.

Im Sommer 2013 konnten wir unseren Umzug abschließen und endlich unser neues Vereinsheim genießen. Im Rahmen einer kleinen Einweihungsfeier im August 2013 haben wir Freunde, Helfer und andere Förderer eingeladen und zusammen das bisher Erreichte gefeiert.

 

Aktualisiert in 2016

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